Akupunktur

Akupunktur

Die Akupunktur (Lateinisch: acus = Nadel, punctio = Stechen, chinesisch 針砭 zhēn biān) ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und basiert auf der Lehre von Yin und Yang, der Fünf-Elemente und der Meridianen. Diese geht von Lebensenergie des Körpers aus (Qi), die auf definierten Bahnen, den Meridianen, zirkuliert und einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen hat.
Ein gestörter Energiefluss wird für Erkrankungen verantwortlich gemacht und soll durch Stiche in die Akupunkturpunkte ausgeglichen werden.



Indikationen laut WHO 2003:

  • Migräne(prophylaxe)
  • Wirbelsäule Schmerzen
  • Kniegelenksarthrose
  • Weitere Muskel- und Gelenks-Erkrankungen (z.B. Schulter-Nacken- Syndrom)
  • chronische Schmerzen, auch wenn kein körperlicher Befund vorliegt
  • Erkrankungen des Atmungssystems (z.B. Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchialasthma)
  • Gastrointestinale Störungen (z.B. chronische Magengeschwüre)
  • Schlafstörungen
  • Neurologische Störungen (z.B. nach Schlaganfällen)
  • Augenerkrankungen (z.B. zentrale Retinitis)
  • Erkrankungen im Mundbereich (z.B. Schmerzen nach Extraktionen, Gingivitis).
  • Allergien

Kosten

Kosten:
Die Akupunktur wird in meiner Praxis von der Grundversicherung abgedeckt.

Anatomie

Die Akupunkturpunkte unterscheiden sich von der Hautumgebung durch eine eindeutig andere Struktur und zeigen eine zehn bis tausendmal höhere elektrische Leitfähigkeit. Die Veränderungen der Leitfähigkeit nutzt die elektrische Akupunkturdiagnostik. In der Akupunktur werden maßgeblich rund 400 Punkte benutzt, die auf den Meridianen angeordnet sind. Das heute gängige Modell geht von zwölf Hauptmeridianen, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, aus. Acht Extrameridiane und eine Reihe von Extrapunkten ergänzen dieses Modell. Nach dem Modell der Traditionellen chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Nadeln der Fluss des Qi (Lebensenergie) beeinflusst.
Die Akupunktur gehört nach diesem Verständnis zu den Umsteuerungs- und Regulationstherapien.

Dauer

Eine Akupunktursitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Dabei wird der Patient ruhig und entspannt gelagert, typischerweise liegt er oder sitzt bequem. Während einer Sitzung werden so wenige Punkte wie möglich gestochen. Manche Autoren geben eine Maximalzahl von 16 an, die aber in Einzelfällen überstiegen werden kann. Da aber ein Punkt symetrisch links und rechts von der Mittellinie liegt, ist die Anzahl der Nadeln dementsprechend doppelt so hoch.

Klinische Studien

Klinische Studien zeigen die Wirksamkeit der Akupunktur bei Kniegelenksarthrose, chronischen tiefen Rückenschmerzen und der Prophylaxe von Migräneattacken. Die Wirksamkeit wurde u.a. in der GERAC-Studie (German Acupuncture Trials, 2002 - 2007), der bisher umfangreichsten klinischen Untersuchung im Westen, bestätigt: bei der Behandlung trat eine erkennbare Verbesserung ein bei etwa 50 % der Akupunktur-Patienten im Vergleich zu nur etwa 25 % der Schulmedizin-Patienten.

Geschichte

Geschichte:
Die älteste Sammlung chinesischer medizinischer Schriften aus der Zeit um die Zeitenwende, „Der Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin“, integriert die Akupunktur in die damalige Medizin. Es werden verschiedene Nadeln, Stichtechniken, Indikationen für die Anwendung und 160 klassische Punkte beschrieben. Das erste historisch eindeutig datierbare Werk über Akupunktur ist „Der Systematische Aku-Moxi-Klassiker“ (Zhenjiu jiayijing) von Huangfu Mi (215–282). Darin werden eine klare Terminologie, eine Topologie von 349 Akupunkturpunkten und systematische Hinweise auf deren Wirkung beschrieben.

Spezielle Anwendungen

Unterformen der Akupunktur:
Akupressur
, bei der die Punkte massiert werden. Sie wird meistens für die Eigentherapie empfohlen.
Ohrakupunktur basiert auf die Tatsache, dass der Körper auf das Ohr reflektorisch nachgebildet wird.
Die Mesotherapie ist eine Injektionsakupunktur, bei der niedrigdosierte Wirkstoffe in die Akupunkturpunkte appliziert werden.
Im Allgemeinen treten bei sachgemäßer Handhabung der Akupunktur kaum Nebenwirkungen auf. Mögliche Nebenwirkungen (sehr selten): kleine Blutergüsse, Schwindel, Müdigkeit, Taubheit.

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